Mir träumte mich holte ein Bus voller Queers. Er kam aus Köln und fuhr gen Süden Richtung Großbritannien, ich stieg ein und man lachte auf den Fahrsitzen mit scheckigen Mustern plüschig, die gelben Haltestangen ein Schilfmeer mit Perlenketten, zweckentfremdet. Von hier aus versuchten wir, die Welt zu re-interpretieren, wir fuhren auf problematischen Autobahnen, auch wir mussten uns an die Verkehrsregeln halten aber alles in allem war das die Fahrt meines Lebens.
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Bis hierher kannte ich nur die Kleinstadt in ganz absurder Konstellation, man konnte nur von seiner Parzelle ausschwärmen und die gab mir die Scham mit
sie hatte sich breit gemacht zwischen Adamsapfel und Magenschleimhaut,
gleich als ich zum ersten Mal in einem Raum voll Menschen stand, sie umzingelten mich
zu körperhaft
und als mich später doch mal welche verlegen machten, verlangte man gleich Rechenschaft, dass sich das nicht analysieren ließ in Exemplare eines spezifischen Phänotyps,
und die Umwelt gespickt mit Sehnsuchtsobjekten in schwindelerregender Karusselfahrt –
und ich lese immer wieder von Feigenblättern.
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Man stellte fest, dass ich nie einen Beitrag leistete, nicht zur Erhaltung der Art und weniger noch zur Vermehrung des Kapitals,
es verstrichen die Jahre in denen ich nach sinnvollen Pflichten suchte, gänzlich erfolglos,
bis ich schließlich an einem friedlichen Sommertag las, dass uns – Zitat – kulturhistorisch der weibliche Tunichtgut fehlt, und ich beschloss, einer zu werden. Ich wollte keinen Tag mehr Geld verdienen und das auf feministische Weise,
ich musste altern, um zu atmen.
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Auch jetzt wird mir die Luft manchmal dünn zwischen Auftragskunst und Antragslyrik,
im Call mit Frau Heinzmann vom Arbeitsamt die mich auch nicht wird eingliedern können, als modernes Subjekt bin ich wie die meisten hier
moderat befreite Schönheit,
eine Phase, die sich zuspitzt.