Zu der Jugend

Ein Epilariat in 294 Silben
von Karl Ziegler
Würzburg, 05. Feb 19

Aufgestanden am Morgen nach der Nacht
ohne Sorgen hilft uns Aspirin stehen
bringt aber keinen Frieden keine Kraft
zur aufrechten Liebe, höherem Streben und
tieferen Gedanken:
Wer stellt die unbequemen Fragen?
Gedenkt den Toten?
Prüft ehrlich sein Gewissen?
so ein einfaches Leben, fürwahr…
denn die uns raten, uns auch mal zu besinnen
werden wir nur verlachen.
Ja! Wir im Lauf der Zeiten, in vier Dimensionen
so frei in ihren Weiten…
Macht sprachlos, schwer zu fassen.
Darum hetzen und jagen wir
wollen uns nur halten doch sind verdammt,
verlieren.
Zum Schein durch unser Können angekommen
genießen wir arroganter denn je den Luxus.
Doch der Zeiten Griff wird auch uns nicht schonen,
Höhenflüge nach Jahren schließlich zum
Absturz bringen.

Doch auch in diesen Sphären
aus Suff, Illusionen, naiven Träumen, Lügen und Bequemlichkeit
werden wahre Wunder geboren:
Momente voll aufrechten Gefühlen und lebhaften Debatten
voll Erleben und ewige Treue.
Wenn wir zwischen tristen Nächten und leeren Tagen
diesen Werten die Ehre halten
werden die Stürme brechen,
uns auf ewig
Hoch tragen.

gewidmet denen, deren Gesell- und Freundschaft
mich zu diesem Text in tiefer Nacht inspirierte.
gewidmet dem geistigen Schöpfer des Epilariats, J.S.
SDG