Im Sommer

Die Jahreszeit lässt sich erspüren,
lauscht man dem natürlichen Klang
und läuft in der Frühe des Tages
am Rande des Waldes entlang.

Geschichten vom Walde verraten
– und sind diese Sagen auch alt –
hört man die Legenden, erahnt man:
Hier wohnt eine Märchengestalt.

Ein Rascheln der Zweige im Winde
wie friedlicher Wintergesang,
als ob in der Tiefe des Waldes
der Ruf einer Stimme erklang:

„Im Sommer wachsen die Bäume.
Im Winter wachsen wir.“

Weiße Berge umrandet mit Nebel,
alte Bäume verzaubert im Eis.
Es hat sich die Runde geschlossen
im ewigen Jahreskreis.

Im Winter erscheint die Umgebung
im Grunde verlassen und still,
sodass der Gedanke an diese
in die Ferne gedrängt werden will.

Dürre Blätter verwesen am Boden,
dunkle Äste sind kahl ja so leer.
All die oberflächliche Schönheit

sieht man im Winter nicht mehr.
In der Folge verbleibt grauer Alltag.
Gibt es hierfür noch Motivation?
Ganz begleitet von trostloser Stimmung

und Gefühlen der Deprivation.
Nein, man wünscht sich ein Spiegeln der Sonne
im prachtvollen Silberschneemeer,
doch der wolkenverhangene Himmel
verdeckt diesen Lichtschein so sehr.

Die Wanderung führt zwischen Wiesen
und Feldern in Dörfer hinein.
Wer rasten will, findet die Ruhe
in einem Gebäude aus Stein.

In solchen Momenten bemerkt man,
was man nur im Winter erkennt.
Nur an kalten Tagen erfragt man,
ob der Ofen im Innern noch brennt.

Da legt sich die wortlose Stille,
die Ruhe ums lauschende Ohr
und es dringen die tiefen Gedanken
von innen nach außen hervor.

Erst nach mehreren Tagen der Ruhe
erhält man den Überblick
und mit traurigen Augen bemerkt man
das im Treibsand verlorene Glück.

In der farbenverlorenen Wüste
wird eine Erinnerung laut.
Hat man doch bei stürmischem Tage
dem Tornado ins Auge geschaut.

Fantasievoll erblüht eine Hoffnung.
Wie erlangt man die Sonne zurück?
In der Tiefe des Menschen entsteht so
die Sehnsucht nach Herzensmusik.

Man erfährt in der Zeit der Enttäuschung,
in der äußere Süße ausbleibt,
in welche entscheidende Richtung
der Kompass im Inneren zeigt.

Im Gedanken seh’ ich meine Träume,
meine Ziele und Wünsche bei mir.
Im Sommer wachsen die Bäume.
Im Winter wachsen wir.