Liebe Lesende,
ist die Flaschenpost bei euch angekommen? Hat sie es durch die Windungen und Strömungen eurer Nervenbahnen in euer Bewusstsein geschafft?
Finger runter, wenn ihr mit Flaschenpost zunächst eine romantisch geartete Vorstellung über eine persönliche Botschaft verbindet, die viele Kilometer ohne Porto oder Servicegebühr in einer alten Weinflasche zurücklegt und auf schicksalhafte Weise die Leben von zwei Menschen verbindet. Den wenigsten wird der wissenschaftliche Aspekt zur Erforschung der Meeresströmungen oder der Einsatz von Flaschen zu Spionagezwecken als Erstes in den Sinn kommen. Wir hoffen, wir konnten euch mit der Auswahl der Texte neue oder interessante Blickwinkel eröffnen?
Wir danken allen Autoren, die sich in dieser KLW #17 wiederfinden, für die Zusammenarbeit und natürlich auch die Einsendung eurer Texte. Genau wie wir, habt ihr euch mit dieser Ausgabe auf eine Reise gewagt. Ihr seid einmal durch den Flaschenhals geklettert, habt von innen einen Blick durch verzerrte Glaswände auf ferne Ufer geworfen, euch den Geistern der Vergangenheit gestellt oder neue Hoffnung in eure Botschaft eingebettet. Vielleicht werdet ihr nie erfahren, welche Menschen ihr berührt und zum Nach- denken bringt. Oder welche Menschen über eure Texte diskutiert haben und welche Menschen inspiriert wurden. Aber ist diese Ungewissheit nicht auch der Reiz, der eine Flaschenpost ausmacht?
Liebe Lesende, ist diese Flaschenpost-Ausgabe in eurer Erinnerung gestrandet?
Finger runter, wenn ihr die Seiten zunächst überflogen habt, um euch einen Überblick zu verschaffen, nur um euch später mit Zeit und Muße dem Durchschmökern zu widmen. Nun, auch dann sollt ihr in den Genuss des Neuentdeckens oder Wiederauffindens längst vergessener Botschaften am Strand kommen. Vielen Dank an Nina, die mit viel Arbeit und Herzblut die Flaschen ausgesucht, die Stifte gespitzt und die Blätter geordnet hat, und damit diese literarische Reise möglich machte.
Und zuletzt Finger runter, wenn ihr dieses Nachwort lest und Sommer, Sonne, Dauerschwitzen schon längst in Nieselregen und deutlich weniger Touristengruppen auf der alten Mainbrücke übergegangen sind. Es ist ja durchaus kein leichtes Unterfangen, nachhaltige Spuren im Sand zu hinterlassen.
Umso mutiger ist das Verfassen eines Textes, der vielleicht in den redaktionellen Tiefen untergeht und niemals ein Ufer erreicht. Wir danken allen Autoren, deren Texte es nicht in die Ausgabe #17 geschafft haben. Wir haben auch eure Flaschenpost aus dem Meer gefischt und durften sie öffnen und lesen. Die nächste Ausgabe ist ganz klein am Horizont sichtbar. Bitte schickt uns auch weiterhin eure Botschaften.
Sommerliche Grüße von
Alexander & Susanne