Dünnes Eis #7

Anton Maria Moser schreibt dazu:
„In Dünnes Eis entwirft die Autorin Szarlota W. eine Allegorie, die das Bedeutungsfeld einer
brüchigen Eisfläche mit dem einer Beziehung zwischen dem artikulierten Ich und Du
verbindet. Die Perspektive ist dabei die des sprechenden Ichs, das sowohl einen
zurückliegenden Bruch von Beziehung und Eis, als auch die Anzeichen eines bevorstehenden
Bruchs beschreibt. Es ist bemerkenswert, dass hier eine Beziehung dargestellt wird, die nicht
geradlinig ist, sondern ein wiederholtes Scheitern und Wachsen einer Beziehungs-Grundlage
beinhaltet. Diese Abbildung einer Beziehung birgt vielleicht deshalb etwas sehr Realistisches,
weil sie so unkonventionell gezeichnet ist. Das Ich und Du erleben ein mehrfaches
Zerbrechen und Neubeginnen, ihre Rollen sind ambivalent. Im Grunde ist das Bild des
zugefrorenen Sees aber trostlos. Das Eis muss irgendwann brechen, der nächste Frühling
kommt.“

Ich spüre den brüchigen Boden unter uns,
sag, hörst du das auch?
Das knackende Eis,
die Vorboten der Zeit.
Ich sehe Risse,
wie Adern pulsierend.
Sehe durchs Eis hindurch,
für den Abgrund bereit.
Sag, war es das, was du sahst,
bevor uns der Boden brach,
damals im Schatten,
der Rastlosigkeit.
Sahst du bereits die Triebe,
die sich vereinten, uns zu holen,
spürtest du sie vibrieren,
während ich noch von uns sprach.
Spieltest du die Musik,
am Rande des Sees,
während ich noch träumte
und so wenig verstand.
Das Eis viel zu dünn,
es wird alles Glas klar.
Heute, nicht gestern.
Beim Neuen, wohlwahr.
Diesmal kann ich es hören,
diesmal spiele ich die Musik,
doch jemand will sich nicht dran stören,
bis das Eis sich verbiegt,
bis auch das Neue versiegt.

Kommentare (3)

  1. sch says:

    ich bin kein fan, finde das gedicht schwach.

    • Autoren Seelsorge says:

      Danke für deinen Kommentar und dein Interesse an unseren Texten, sch.
      Es tut uns leid, wenn er dir nicht gefallen hat.
      Gerne darfst du uns konstruktiv mitteilen was dir nicht gefallen hat.

      Freundliche Grüße,
      die Administration.

  2. Arthur Uhl says:

    Der Text in Gedichtform (ich weiß nicht, ob bewusst gewählt) beschreibt mit intensiven Bildern das Ende einer Beziehung (die letzten zwei Verse sind wohl das Brechen des Eises). Doch hatte die Beziehung auch etwas Positives an sich: „Diesmal kann ich es hören. Diesmal spiele ich die Musik. Jemand will sich nicht dran stören.“
    Daher kann man vermuten, dass es sich um eine sehr „echte“ Beziehung mit Licht und Schattenseiten gehandelt hat. Dieses „Grundmotiv“ zieht sich durch den ganzen Text.
    @Anton Maria Moser
    Das Eis bricht wohl. Aber ist nicht jeder Frühling auch ein Neuanfang – zumindest in der Natur…vielleicht schöpferische Zerstörung 😉

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