KOLUMNE #17: – MARMELADENDECKEL –
Der Tag, an dem ich beschloss, eine Flaschenpost zu schreiben, begann vollkommen unspektakulär, mit jener trägen Morgenstimmung, in der der Kaffee zwar dampfend vor mir steht, der Kopf jedoch noch in einem Zustand schwebender Unentschlossenheit zwischen Weltrettung, Steuererklärung und der existenziellen Frage verharrt, warum Marmeladengläser eigentlich nie wieder richtig zugehen, sobald man sie einmal geöffnet hat.
Während ich also am Küchentisch saß und aus dem Fenster auf eine Möwe starrte, die aussah, als hätte sie seit 1987 dieselbe Pommes im Maul, kam mir plötzlich der Gedanke, dass die Menschheit im Grunde viel zu wenig Flaschenpost verschickt, obwohl sie doch eine der wenigen Kommunikationsformen ist, bei der man gleichzeitig poetisch und geheimnisvoll wirken kann.
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